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authorluther <luther@web>2011-09-03 16:03:03 (GMT)
committer root <root@resyst-a.net>2011-09-03 16:03:03 (GMT)
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Festival Nachbereitung
Diffstat (limited to 'news')
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1 files changed, 136 insertions, 0 deletions
diff --git a/news/Sommer__44___Sonne__44___Subversiv_2_-_Nachbereitung3.mdwn b/news/Sommer__44___Sonne__44___Subversiv_2_-_Nachbereitung3.mdwn
new file mode 100644
index 0000000..27feff3
--- /dev/null
+++ b/news/Sommer__44___Sonne__44___Subversiv_2_-_Nachbereitung3.mdwn
@@ -0,0 +1,136 @@
+*Wir dokumentieren eine Nachbereitung, die auf
+[de.](http://de.indymedia.org/2011/09/315282.shtml) und
+[linksunten.indymedia.org](https://linksunten.indymedia.org/de/node/46223)
+erschien.*
+
+**Vom 18. bis 21. August 2011 fand zum 2. Mal das [[»Sommer, Sonne, Subversiv«
+Festival|sss/2]] der »Wir werden kommen« Kampagne im Allgäu statt. Auf dem Festival
+sollten auf dem selbstverwalteten Camp mit KüfA mehre Vorträge und Workshops zu
+unterschiedlichen Themen stattfinden.**
+
+Wir müssen zugeben, dass die Transparenz über die Vorträge und Workshops im
+Vorfeld nicht wirklich vorhanden war. So stand am 1. Veranstaltungstag
+immernoch kein Zeitplan für Vorträge usw. fest. Einige der Referent\_innen
+meldeten sich diesbezüglich nicht bei den Organisator\_innen, hatten kurzfristig
+abgesagt oder ihre Vorträge auf Grund der stressigen Vorbereitungen für das
+Festival nicht fertigstellen können. Eine Person hat sich entschlossen, ihren
+Vortrag über »Straight Edge« auf Grund des primitiven, pöbelnden, vor die KüfA
+kotzenden Publikums nicht zu halten, was in diesem Fall für alle Beteiligten
+verständlich war. Der Stress am Samstag (siehe unten) führte dazu, dass die für
+Sonntag geplanten Veranstaltungen komplett ausfielen. Letztendlich fanden
+bedauerlicherweise nur 4 der geplanten Workshops und Vorträge statt. EInige
+werden sicherlich im nächsten Jahr nachgeholt.
+
+Freitag und Samstag wurde den Besucher\_innen abends musikalische Unterhaltung
+von HipHop bis Punkrock zu einem möglichst geringen EIntrittspreis im
+benachbarten Gasthof »Schwarzer Adler« geboten. Auch hier war der planmäßige
+Ablauf der Konzerte durch kurzfristige Absagen und einem Missverständnis
+zwischen Mischer und Orga am Samstag nicht gerade reibungslos. Insgesamt
+konnten 3 der geplanten Bands nicht auftreten.
+Da die Erfahrung zeigt, dass es verhältnismäßig nur sehr wenige Menschen in der
+Provinz gibt, die sich für politische Bildung und Selbstorganisierung im Alltag
+interessieren war es nicht überraschend, dass die erwarteten Besucher\_innen
+überwiegend wegen der angekündigten Konzerte erschienen. Wobei die Zahl der
+Konzertbesuher\_innen im Gegensatz zum letztjährigen »Sommer, Sonne, Subversiv«
+Festival erschreckend gering war und die Veranstalter\_innen Gefahr liefen, auf
+einem Berg Schulden sitzen zu bleiben. Dass letztendlich doch alle Kosten
+gedeckt werden konnten ist wohl einigen Bands zu verdanken, von denen teilweise
+großzuügige Spenden kamen und von denen auch teilweise auf die Erstattung der
+Fahrtkosten verzichtet wurde. Anbei konnten 11 volle Kisten Bandgetränke und
+eine riesige Menge Pfand zurückgegeben werden.
+
+Die KüfA bekam großes Lob, die Spenden für die Verpflegung fielen im Gegensatz
+dazu allerdings sehr mager aus. Gespendet wurde erst, nachdem eine Band und ein
+weiteres Plakat darauf aufmerksam machten, dass die Kosten für die KüfA mit 15€
+in der Spendenkasse und mindestens 50 hungrigen Mäulern nicht gedeckt werden
+können.
+Was die Versorgung mit Nahrungsmitteln betrifft kann behauptet werden, dass die
+naheliegende Stadt Memmingen ein regelrechtes Containerparadies ist. Brot war
+im Überfluss vorhanden, über die Auswahl an Gemüse konnte auch nicht gemeckert
+werden und ein intaktes Schlauchboot, das zum Minipool umfunktioniert wurde
+bescherte uns zwischenzeitliche Abkühlung. Gekauft werden mussten
+ausschließlich Grundlagen wie Reis, Nudeln, Öl, Sojamilch und Gewürze.
+Insgesamt war das Camp mit einem großen Vortragszelt, einem KüfA-Pavillion,
+Spülstraße, fließendem Wasser, Strom, Musikanlage und 2 weiteren großen Zelten
+für Menschen ohne Pennplatz gut ausgestattet.
+Motivation und Eigeninitiative der Organisator\_innen waren während des
+Festivals wesentlich ausgiebiger als im letzten Jahr. Trotzdem blieb der
+Großteil der zu erledigenden Aufgaben im Vorfeld wieder an einigen wenigen
+hängen. Vieles wurde nur auf die explizite Bitte von Anderen hin erledigt.
+Insgesamt ließ die Selbstorganisierung der Teilnehmer\_innen sehr zu wünschen
+übrig. Einige Personen benutzten lieber dreckiges Geschirr als einfach mal ein
+paar Teller abzuspülen.
+
+Am Samstag gab es massiven Stress, ausgelöst von zwei Oi-Skins, die durch
+permanentes sexistisches Verhalten und dementsprechende Kommentare auffielen.
+Einer der beiden erregte zusätzlich Aufmerksamkeit durch sein
+Krawallbrüder-Shirt (Grauzoneband). Nachdem ein Eingreifen einiger
+Veranstalter\_innen die beiden Störer in ihrem Verhalten nur noch bestärkte und
+diverse homophobe und sexistische Beleidigungen fielen und sogar Lanzer-Parolen
+geäußert wurden, blieb als letzte Lösung des Problems nur der Rauswurf der
+Beiden. Dieser wurde durch den Verantwortlichen des »Schwarzen Adlers« mit der
+Drohung »hier wird niemand wegen sexistischem Verhalten rausgeworfen, sonst
+zieh ich euch den Stecker« verhindert.
+Am späten Abend kam es während eines Konzerts schließlich zu einer
+Massenschlägerei, die von einem der »Krawallbrüder« durch einen gezielten
+Faustschlag gegen eine\_n Veralstalter\_in aus dem Pogo heraus ausgelöst wurde.
+Auf dem Parkplatz des »Schwarzen Adlers« folgten weitere gegenseitige
+Provokationen, Beleidigungen und Diskussionen zwischen den beiden sich bis
+dahin gebildeten Fronten. Erschreckend war, wie viele Punks sich mit den
+»unpolitischen« Störern solidarisierten und sich offen gegen Antifaschismus
+aussprachen.
+Nach einer kurzzeitigen Beruhigung der angespannten Situation kam es in einer
+Rangelei auf dem Camp zu einer Pfefferspray-Attacke gegen Unterstüzer\_innen
+der »Krawallbrüder«. Der/Die Pfeffersprayer\_in konnte den aufgebrachten
+Verfolger\_innen unter Glasflaschenbeschuss und massiven Drohungen wie »Ich
+bring die scheiß Schwuchtel um!« entkommen.
+Kurze Zeit später traf die Polizei am Festivalgelände ein und versuchte die
+Personalien aller Festival-Teilnehmer\_innen aufzunehmen. Gegen den/die
+Pfeffersprayer\_in wrude voon den Verletzten Anzeige erstattet. Einer\_r der
+Hauptverletzten durch das Pfefferspray wurde ins Krankenhaus gebracht, dieser
+erlitt keine Folgeschäden durch das Pfefferspray. Nachdem sich allmählich alle
+Beteiligten beruhigt hatten und eine\_r der Verletzten aus dem Krankenhaus
+zurückkehrte wurde das Festival von den Veranstalter\_innen für beendet erklärt.
+So wurde das Camp bereits am eigentlich letzten Veranstaltungstag abgebaut und
+die restlichen Vorträge und Workshops wurden abgesagt. Diese wurden teilweise
+einige Tage später im kleineren Kreis nachgeholt.
+
+Die Organisator\_innen und Unterstützer\_innen lassen sich vom insgesamt
+negativen Verlauf des vergangen Festivals keinesfalls entmutigen und werden die
+Dauer des »Sommer, Sonne, Subversiv« Nummer 3 auf eine ganze Woche verlängern.
+Wir haben uns vorgenommen das Festival im Hinblick auf Vorträge und Workshops
+im Vorfeld möglichst transparent zu gestalten. Des weiteren wird das Festival
+ohne ignorante Nebenveranstalter\_innen aufgezogen. Vorraussichtich werden
+Konzerte nächstes Mal direkt am Camp (bei Kempten) und unter freiem Himmel
+statt finden.
+Natürlich ist jede\_r herzlich willkommen, die/der mit ihrer/seiner Band
+auftreten möchte, Workshops oder Vorträge anbieten kann, sich für politische
+Bildung und Selbstorganisierung im Alltag interessiert oder sich einfach nur
+mal anschauen möchte, was es damit auf sich hat und wie das so alles laufen
+kann.
+
+Insgesamt wünschen wir uns für's nächste »Sommer, Sonne, Subversiv« Festival
+mehr politisch, emanzipatorischen Anspruch - an die Teilnehmer\_innen und den
+gesamten Verlauf des Festivals selbst - und mehr eigeninitiative aller
+solidarischen Organisatior\_innen und Teilnehmer\_innen, so dass sich die
+Aufgaben möglichst verteilen und dadurch keine\_r mehr unnötigem
+Veranstaltungsstress und größeren Belastungen ausgesetzt wird.
+Wer sich selbst als unpolitisch bezeichnet, sich somit jeglicher Verantwortung
+entziehen will und sich obendrein gegen Antifaschismus ausspricht hat hier
+nichts zu suchen! Sollten sich ein weiteres Mal Sexisten, Rassisten oder
+ähnliches Pack auf das »Sommer, Sonne, Subversiv« Festival verirren, wird gegen
+diese und der Verhalten weitaus konsequenter vorgegangen. Wer unter »Spaß«
+sexistische, rassistische oder ähnliche Witze reißen versteht ist auf diesem
+Festival definitiv fehl am Platz.
+
+Anbei noch ein großes Dankeschön an alle Künstler\_innen und alle anderen
+Unterstützer\_innen des Festivals!
+
+**Für ein buntes Zusammenleben und mehr Selbstorganisierung auch im Alltag!**
+**Für mehr Solidarität und gegenseitige Unterstützung im Kampf gegen Rassismus,
+Sexismus, Homophobie, Antisemitismus und jede andere Form von Diskriminierung
+und Unterdrückung!**
+
+Bis zum nächsten Mal. Wir freuen uns auf euer Kommen.
+
+Einige Personen des Orga-Teams